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Ritter250 Freitag, 6. November 2009, 18.15 Uhr 

Vorträge mit Diskussion und Ausstellungseröffnung

Der „andere Gründervater“ der Geographie:

Carl Ritter (1779-1859) und seine Bedeutung für die Geographie – eine Veranstaltung zum 150. Todestag

mit Prof. Dr. Hans-Dietrich Schultz, Prof. Dr. Karl Lenz und weiteren Vortragenden

Neben Alexander von Humboldt gilt Carl Ritter als der Begründer der wissenschaftlichen Geographie zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Der Todestag beider Gelehrten jährt sich 2009 zum 150. Mal, aber während Humboldt aus diesem Anlass vielerorts gewürdigt wird, bleibt Ritters Bedeutung zumeist vergessen. Im Gegensatz zu Humboldt sind seine Leistungen und sein Beitrag zur Entwicklung des Faches weit weniger bekannt. Für die Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin ist das Jubiläum deshalb ein willkommener Anlass für einen erneuten Blick auf Leben und Werk ihres Ehrenvorsitzenden und langjährigen Förderers Carl Ritter. Schließlich gehen wesentliche und heute noch grundlegende Konzepte und Denkweisen der Geographie auf ihn zurück, so zum Beispiel die Idee der Prägung der Erdoberfläche durch die „Wechselwirkung“ zwischen Natur und Mensch oder die Suche nach Verbreitungsmustern und deren kausalen Hintergründen als wesentliche Aufgabe des Faches. Auf diesen Bausteinen errichtete Ritter das Gebäude der Geographie als eigen- ständige Wissenschaft. Jahrzehntelang als Professor für Geographie in Berlin tätig, half Ritter, die preußische Hauptstadt zu einem wichtigen Zentrum für das Fach zu machen. Unschätzbar ist sein Wirken für die Gesellschaft für Erdkunde, die ihn bei ihrer Gründung 1828 zu ihrem ersten Präsidenten berief und die er fast 30 Jahre mit einer Fülle von Beiträgen als entscheidender Ideengeber lenkte. Von seinem 21-bändigem Hauptwerk „Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und zur Geschichte des Menschen“ sagt man, es sei das größte wissenschaftliche Werk, das je von einer Einzelperson verfasst wurde. Heute wirkt dieses Werk auf den Leser zwiespältig: kenntnisreich, voller spannender Details und höchst interessanter Urteile einerseits, ausufernd, unfertig und chaotisch auf der anderen Seite. Seine problemorientierte Herangehensweise in der Geographie wurde jedoch insgesamt zu einem Vorbild für geographisches Arbeiten an Hochschulen in aller Welt.

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Ort:
Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin - Alexander-von-Humboldt-Haus
Arno-Holz-Str. 14
12165 Berlin (Steglitz)

 

 

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