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Albrecht Haushofer (1903-1945): Zeuge des Widerstands gegen Hitler
Eine Ausstellung von Ulrich Schlie und Stephanie Salzmann
Albrecht Haushofer, Geograph und viele Jahre Generalsekretär der Gesellschaft für
Erdkunde zu Berlin, wurde zu einem wichtigen Zeugen des Widerstands gegen Hitler. Bekannt geworden ist er insbesondere
durch seine „Moabiter Sonette“, die Sammlung von 80 Gedichten, die er während der Haft schrieb und die heute zum engeren Kanon der Zeugnisse der Verfolgung in der NS-Zeit zählen.
Albrecht Haushofer, geboren am 7. Januar 1903 in München, kam nach dem Studium der Geographie, Geschichte, Geologie und
Nationalökonomie in München und Graz und seiner Promotion in Geographie in München 1925 nach Berlin, um eine Stelle als
Privatassistent des Direktors des Geographischen Instituts der Berliner Universität Albrecht Penck anzutreten. 1929 machte Penck
ihn zum Generalsekretär der Gesellschaft für Erdkunde. Dort wirkte Haushofer als Geschäftsführer der Gesellschaft und Schriftleiter
der herausgegebenen Publikationen. 1933 übernahm er darüber hinaus eine Dozentur für Geopolitik an der Deutschen Hochschule
für Politik und wirkte als Berater des Auswärtigen Amts. Seit 1939 hatte Haushofer Kontakte mit Vertretern des deutschen
Widerstands gegen Hitler; ab 1941 wurde er von der Gestapo überwacht und mehrfach inhaftiert, zuletzt im Dezember 1944. Am 22.
April 1945 wurde Haushofer formell aus dem Zellengefängnis Lehrter Straße entlassen und in der darauffolgenden Nacht
zusammen mit sieben weiteren entlassenen Häftlingen durch ein Kommando der SS in der Nähe des Gefängnisses erschossen.
Einige Tage später fand sein Bruder Heinz Haushofer die Leiche und konnte aus der Jackentasche das Manuskript der Moabiter Sonette bergen.
Die Ausstellung
Die Gesellschaft für Erdkunde präsentiert diese Ausstellung als Beitrag zur Erinnerung an den Geographen, Geopolitiker und
Literaten Albrecht Haushofer. Sie wurde ursprünglich im Jahr 2010 für den Kultursommer in Garmisch-Partenkirchen erstellt und
außerdem bereits in der Internatsschule Schloss Salem gezeigt. Die Ausstellung besteht aus 21 gestalteten Tafeln, welche Haushofers Lebensweg beschreiben – eingebettet in den zeitgeschichtlichen Kontext.
Ausstellungseröffnung: Freitag, 28.10.2011, 18.15 Uhr
Begrüßung durch die Gesellschaft für Erdkunde
Vortrag: Dr. Ulrich Schlie (Historiker, Potsdam): Albrecht Haushofer – Persönlichkeit, Werk, Nachleben
Hubert A. Haushofer (München): Erinnerungen an meinen Patenonkel Albrecht Haushofer
Ausstellung: 31. Oktober 2011 bis 30. März 2012 Montag – Freitag, 9.00 – 15.00 Uhr und nach Vereinbarung
– Eintritt frei!
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Ort: Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin - Alexander-von-Humboldt-Haus Arno-Holz-Str. 14 12165 Berlin (Steglitz)
Literatur:
Karl Lenz: Albrecht Haushofer und die Gesellschaft für Erdkunde in: Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde 2002 (PDF)
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