Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin

Dienstag, 30. März 2021, 00:00

Vortrag von Helga Kuechly, Deutsches Forschungszentrum für Geowissenschaften (GFZ), Helmholtz-Zentrum Potsdam

Veranstaltungsort
Videoaufzeichnung

In den letzten 100 Jahren haben wir die Nacht grundlegend verändert. Insbesondere in Ballungsräumen wie etwa Berlin wird die Nacht durch zahllose künstliche Lichtquellen und atmosphärische Lichtbrechung aufgehellt, aktuell leuchten unsere Städte teilweise bis zu 4000 Mal heller als das natürliche Nachtlicht. Aus dem Weltraum zeigen Satellitendaten weltweit diese nächtlichen Lichtemissionen aus Siedlungsgebieten. Der Begriff der „Lichtverschmutzung“ ordnet die ungewollten Auswirkungen künstlicher Beleuchtung in der Nacht in den Zusammenhang globaler Umweltveränderungen ein. Bereits 2016 waren mehr als 80% der Weltbevölkerung von Lichtverschmutzung betroffen.

Lichtverschmutzung stellt eine besondere Form der Umweltverschmutzung dar, die sich negativ auf unsere natürliche und anthropogene Umwelt auswirkt. Tatsächlich haben sich alle Organismen auf der Erde, auch wir Menschen, an die natürliche Abfolge von Tageshelligkeit und Nachtdunkelheit evolutionär angepasst. Fehlt dieser Zyklus durch den „Verlust der Nacht“, werden Mensch, Tier und Pflanzen teils irreversibel geschädigt.

Durch Auswertung multitemporaler globaler Satellitendaten können Ausmaß und räumliche Verteilung der Lichtverschmutzung dokumentiert und analysiert werden, wie dies beispielsweise am Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam (GFZ) erfolgt. Einer GFZ-Studie (2018) zufolge wachsen die Intensität der Lichtemissionen und die Größe der beleuchteten Fläche in den meisten Bundesländern jährlich um rund zwei rund Prozent. Aktuell wird untersucht, welchen Anteil kommerzielle, private und öffentliche Beleuchtungen an den Gesamtemissionen haben. Dazu arbeitete das GFZ verstärkt mit der Bevölkerung, darunter Bürgerwissenschaftler, zusammen, um Daten zur kompletten Außenbeleuchtung zu erheben und zu kartieren.

Der Vortrag stellt das globale Problem Lichtverschmutzung vor, erläutert den aktuellen Sachstand und präsentiert aktuelle Forschungsergebnisse.

 

 

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